Lieber Leser,

 

wenn Du dich in einer unaufgeräumten und verschmutzten Umgebung wohl fühlst, dann sei Dir dieser Beitrag nicht ans Herz gelegt. In diesem Fall würde ich mich freuen, wenn Du aus einem anderen Beitrag von mir Inspiration ziehen kannst.

 

Falls Du aber wie ich, eine aufgeräumte und saubere Umgebung bevorzugst, ja sogar Ordnung brauchst, um selber zu funktionieren, dann freut es mich, Dir in den nächsten Zeilen etwas über meine Ansichten zu diesem Thema zu erzählen.

 

Als stilistisches Mittel möchte auch ich zunächst einmal in der Zeit zurückreisen. Vor einigen Jahren noch, herrschte das Chaos um mich herum bzw., in meinem Zimmer. Die Schränke waren vollgestopft mit Kleidung, der Boden war dreckig, Unterhosen und Socken lagen überall im Zimmer verstreut und auf meinem Schreibtisch häufte sich der Staub sowie unnötiger Papierkram.

Doch auch in mir sah es nicht besser aus. Ich war unzufrieden mit mir selbst, mit meinen Leistungen, mit meinem Aussehen. Ich konnte mich nicht lange auf eine Sache konzentrieren, da meine Gedanken immer woanders waren. Nur nicht da, wo ich sie gerade brauchte.

Wohl am aller wichtigsten war jedoch die Tatsache, dass ich viel Wert in die Meinung anderer steckte. Als ich mich immer weiter mit Persönlichkeitsentwicklung u.ä. beschäftigte, hielt ich es schon bald nicht mehr in meinem Zimmer aus. Ich erkannte, dass mein Zimmer im Grunde nur meinen Kopf wiederspiegelte. Also fing ich an aufzuräumen.

 

Keine Sorge, ich bin keiner der jetzt behauptet, die Lösung für inneren Frieden gefunden zu haben. Auch Erfolg in allen Lebensbereichen kann ich dir nicht versprechen. Das kann keiner. Ich möchte lediglich ein wenig Ordnung in dein Leben bringen und dich somit auch deinem Ziel näher.

 

Reisen wir nun zurück in die Gegenwart. Heute sieht es bei mir wesentlich ordentlicher aus. Meine Schränke sind aufgeräumt, der Boden ist sauber, und den Schreibtisch kann man auch wiedererkennen. Momentan wage ich mich sogar an eine minimalistische Lebensweise heran. Wahrscheinlich werde ich nie all mein Hab und Gut nur in einen Rucksack bekommen, jedoch versuche ich nur das zu besitzen, was ich auch wirklich brauche bzw. was mich meinen Zielen näherbringt. Besonders beim Einkaufen frage ich mich selbst: „Brauche ich das wirklich?“. Auch wenn es einem zunächst schwerfällt, sich diese geile Nike-Jacke nicht zu kaufen, ist man im Nachhinein doch ganz froh, das Geld nicht ausgegeben zu haben und es sinnvoller investieren zu können.

Sich an eine minimalistische Lebensweise heranzuwagen kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Viele verstehen darunter, nur mit einem Rucksack durch die Weltgeschichte zu laufen, aber das stimmt nicht. Minimalismus fängt schon viel früher an. Einfach mal alte Kleidung aussortieren, die man sowieso nicht mehr anzieht. Sicher kennst Du den Gedanken, bevor Du etwas wegwirfst, dass Du jenen Gegenstand vielleicht nochmal gebrauchen könntest. Aber, denk doch mal zurück – hast Du gewisse Gegenstände überhaupt jemals benutzt? Miste doch einfach mal aus. Dabei räumst Du auch in Dir selbst auf und fühlst dich danach leichter. Denn viel Besitz sorgt auch für viel Ballast. Falls Du Bücher nicht so sehr magst oder einfach Lust auf einen Film hast, kann ich Dir die Doku „Minimalism“ empfehlen. Auch, wenn mich dieser Film nicht 100% überzeugt hat, hat er mich dennoch inspiriert.

 

Wichtig für Ordnung und Sauberkeit ist natürlich Disziplin. Nur einmal aufräumen bringt nicht viel. Nach einigen Wochen ist alles wie vorher. Daher: Am Ball bleiben und immer weiter machen!

 

Ganz viel Liebe

 

Alexander Neusser