Die Schule beeinflusst uns Menschen im Leben wohl am Meisten. Seien es die Lehrer, die Mitschüler oder der Lernstoff. Doch wie wichtig ist Schule wirklich? Auf diese Frage habe ich auch keine Antwort. Dennoch glaube ich, dass Schule nicht das wichtigste im Leben ist. Viel wichtiger ist doch, dass man gesund ist, sich gut mit seiner Familie versteht und auch mit sich selbst klarkommt. Klar ist man nicht immer mit sich selbst im Reinen, aber durch Schule sollte man auf keinen Fall anfangen an seinen Stärken zu zweifeln.

Seitdem wir in die erste Klasse gehen, wird uns eingetrichtert, dass Schule darüber entscheidet, wer wir sind und wer wir einmal später sein werden. Und wie entscheidet die Schule das? Mit Zahlen auf einem Blatt Papier. Sind wir Menschen wirklich so simpel, dass ein paar Zahlen mehr über uns Aussagen können, als wir über uns selber. Ich behaupte, dass ich mich selber besser kenne, als jedes Zeugnis.

Ich könnte jetzt tausend Argumente auflisten, warum unser Schulsystem, so wie es gerade ist, völliger Schwachsinn ist. Dazu gibt es aber schon genug andere Beiträge im Internet. Ich möchte dir viel eher deutlich machen, dass, nur weil du schlechte Noten schreibst, du nicht weniger Wert bist. Du kannst so viel, auch ohne ein gutes Abitur, im Leben erreichen. Wenn man sich einmal die erfolgreichsten Menschen auf unserer Welt anschaut, wenn man Erfolg mit Geld misst, erkennt man, dass sie alle keinen wirklichen Schulabschluss haben.

Auf keinen Fall möchte ich dir dazu raten, die Schule abzubrechen. Ich sehe Schule viel mehr als ein Training für Disziplin. Denn um gute Noten zu schreiben, muss man immer am Ball bleiben. Ich weiß, du hörst das nicht gerne, aber in anderen Bereichen im Leben ist es nicht anders. Auch beim Sport musst du immer dranbleiben. Da kannst du auch nicht sagen, dass du nur kurz vor einem Wettkampf trainierst.

Schade an unserem Schulsystem ist, dass es dich einfach gar nicht auf die Zukunft bzw. das Erwachsensein vorbereitet. Irgendwann wirst du einfach ins kalte Wasser geworfen und kannst sehen, wie du mit den Steuern, Versicherungen und all der anderen Bürokratie klarkommst. Wenn du Glück hast, helfen dir deine Eltern oder andere Personen dabei. Sollte Schule aber nicht eher für Gerechtigkeit sorgen?

Auch werden in der Schule alle Schüler zusammen in einen Topf geworfen und es gilt das Motto: Friss oder stirb. Wir leben im 21. Jahrhundert. Homosexuelle bekommen immer mehr Rechte, Frauen haben schon längst gleiche Rechte wie Männer, die ganze Welt wird immer moderner. Dann schaut man einmal in unsere Schulen und entdeckt ein System, das auf der Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts beruht. Die Schüler werden nur nicht mehr von den Lehrern geschlagen. Das ist aber auch das einzige, was sich wirklich geändert hat.

Sei also nicht zu verzweifelt, wenn es bei mit der Schule nicht so läuft, wie du es gerne hättest. Du weißt natürlich sicher am besten, ob du wirklich regelmäßig was für deine Noten tust, oder ob du wirklich keine Disziplin hast. Für manche funktioniert das System, für andere eben nicht. Für mich funktioniert es auch nicht. Sieh Schule als ein Training für Disziplin. Selbst wenn du deinen Abschluss nicht schaffst, weißt du, dass du dein Bests gegeben hast. Und immer das Ende im Sinn haben!

Zu diesem Thema kann ich dir übrigens sehr gut das Buch „Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern“ von Richard David empfehlen.